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Wein ist gar nicht so schwer herzustellen wie man vermuten könnte. Wir zeigen Ihnen hier wie Sie mit einfachen mitteln Weine bzw. Beerenwein oder Obstwein herzustellen können.
Geeignete Obstsorten
Als erstes sollten wir klären welche Obstsorten sich für die Herstellung von Wein eignen. Die gute Nachricht: es sind weit mehr, als Sie zunächst vermuten würden. Nicht nur gängige Obstsorten wie Weintrauben, Himbeeren und weitere Beerenfrüchte eignen sich zur Weinherstellung. Es ist auch ohne weiteres möglich Rhabarber, Orangen, Bananen und viele weitere Früchte zu verwenden. Egal, für welches Obst man sich entscheidet: wichtig ist, dass es sich um Qualitativ gute und frische Früchte handelt. Matschige oder faulige Früchte dürfen Sie auf keinen Fall zu Wein verarbeiten.
Wichtige Geräte bei der Eigenherstellung von Wein
Als erstes brauchen Sie eine Reihe von Geräten um Wein selbst herstellen zu können. Alle hier vorgestellten Geräte bekommen Sie, abhängig von der Saison, im Baumarkt bzw. Gartencenter Ihres vertrauens. Wenn Sie sich nicht die Mühe machen möchte, die Geräte selbst zusammenzusuchen, können Sie diese auch im Versandhandel bestellen (im Internet gibt es unzählige Onlineshops in denen die Geräte verkauft werden).
Als erstes brauchen Sie eine ganz normale Waage, die Sie auch beim Backen einsetzen. Mit der Waage wird später der Zucker abgewogen. Als nächstes benötigen Sie ein Thermometer, ein Gerät zur Zuckerbestimmung (z.B. eine Mostwaage), einige verschieden große Trichter, ein Gerät zur Alkoholbestimmung, ein Gärgefäß (hierbei müssen Sie auf die Größe achten, das Gefäß sollte viel Platz bieten), einen Gärverschluss sowie ein Filtertuch, das aus Leinen oder Baumwolle sein sollte. Anstatt dieses Tuches können Sie auch einen "Trubsack" verwenden, der aus grobem Nylon hergestellt ist.
Die Zutaten
Um Ihren Wein herzustellung brauchen Sie zuerst einmal das Obst. Als nächstes benötigen Sie Wasser, Milchsäure, Zucker, Reinzuchthefe, Hefenährsalz, Kaliumpyrosulfit und das so genannte Antigel. Beim Antigel handelt es sich um Antigeliermittel. Antigel sorgt bei der Wein Herstellung dafür, dass das gepresste Obst flüssig bleibt und nicht zu Gelee wird. Antigel wird mit der folgenden Formel eingesetzt: je Liter Flüssigkeit ca. 1 bis 2 g.
Die Herstellung
Wir zeigen Ihnen hier am Beispiel von Johannisbeerwein Schritt für Schritt wie ein Beeren- oder Obstwein entsteht. Sie können das Rezept selbstverständlich auch auf weitere Obstsorten übertragen. Bei der Beschreibung der Herstellung werden für die weiteren Zutaten jeweils bestimmte Mengen angegeben. Diese Mengen beziehen sich auf eine Obstmenge von 4 kg schwarzen Johannisbeeren, auch wenn dies nicht an jeder Stelle extra erwähnt wird. Für andere Obstmengen und evtl. -sorten müssen die Mengen der weiteren Zutaten entsprechend angepasst werden.
Zutaten für Johannisbeerwein
4 kg schwarze Johannisbeeren
5 l Wasser
20 ml Antigel
3 kg Zucker
1 g Kaliumpyrosulfit
1 Flasche Reinzuchthefe
4 g Hefenährsalz
Zunächst nehmen Sie das Obst (4kg schwarze Johannisbeeren), und erhitzt es zusammen mit dem Wasser auf mindestens 50 Grad. Anschließend geben Sie das Antigel hinzu und lassen das Obst 12 Stunden ruhen.
Nach 12 Stunden ist die so genannte Maische entstanden, ein Obstbrei, der die Grundlage für den Wein darstellt. Pressen Sie nun die Maische durch den Leinenbeutel bzw. durch den Trubsack. In den soeben entstandenen Saft, mischen Sie nun den Zucker (bei einer Menge von 4kg Johannisbeeren benötigen Sie 3kg Zucker) und 1g Kaliumpyrosulfit. Als letztes geben Sie die Reinzuchthefe und das Nährsalz hinzu.
Sie haben es fast geschafft. Sie können nun den Saft in das Gärgefäß gegeben. Nach dem Einfüllen setzten Sie den Gärverschluss auf. Die anschließende Gärung sollte bei Raumtemperatur stattfinden.
Gärung
Während Ihr selbstgemachter Wein Gärt sollten Sie den Wein beobachten. Achten Sie besonders darauf, dass der Gärverschluss nicht austrocknet, denn es darf keine Luft an den Wein kommen. Sie erkennen den abgeschlossenen Gärprozess daran, wenn sich beim Schütteln des Gärgefäßes keine Gasbläschen mehr bilden. Wenn Sie das feststellen, sollten Sie den Gärbehälter an einen kühlen Ort bringen. Hier können sich nun die Hefe und die so genannten Trubstoffe absetzen.
Letzte Schritte
Bevor Sie den Wein geniessen können, müssen Sie ihn aus dem Gärgefäß in ein anderes Behältnis umfüllen. Hierbei setzten sich die letzten Trubstoffe ab, und der Wein trennt sich vom Bodensatz. Sie müssen diesen Vorgang so oft wiederholen bis der Wein klar ist. Das Verfahren nennt man den so genannten Abstich. Normalerweise benötigen Sie nur ein bis zwei Abstiche, um einen klaren Wein zu erhalten.